Astronomie und Astrofotografie
Planeten und Monde unseres Sonnensystems
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- Kategorie: AstroInfo
- Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 02. Dezember 2012 16:33
- Geschrieben von Artur Schmitt
Bis August 2006 waren wir es gewohnt, von neun Planeten innerhalb unseres Sonnensystems zu sprechen: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto. Letzterer wurde erst am 18. Februar 1930 von Clyde W. Tombaugh entdeckt. Im Bereich der Umlaufbahn des Plutos wurden aber im Laufe der Zeit einige vergleichbare Objekte entdeckt. Eines davon, Eris, ist größer als Pluto. Das war dann auch der Grund, weshalb ihm im August 2006 der Planetenstatus von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) aberkannt wurde.
Pluto wurde in die Klasse der Zwergplaneten eingestuft, die die IAU eigens dafür zwischen den dominierenden Planeten und den Asteroiden als eine weitere eigene Größenordnung eingeführt hat. Gleichzeitig wurden die Asteroiden mit den Kometen und den Meteoriden zu den Kleinkörpern zusammengefasst.
Die IAU hatte im Jahr 2004 ein Komitee eingesetzt, das verbindliche Kriterien für die Definition eines Planeten erarbeiten sollte. Auf der 26. Generalversammlung der IAU in Prag wurden dann am 24. August 2006 offizielle Definitionen für verschiedene Klassen der die Sonne umlaufenden Himmelskörper verabschiedet. So entstand die erste wissenschaftliche Definition eines Planeten. Demzufolge ist ein Himmelskörper ein Planet, wenn er sich auf einer Bahn um die Sonne befindet und über eine ausreichende Masse verfügt, um durch seine Eigengravitation eine annähernd runde Form zu bilden, und wenn er die Umgebung seiner Bahn bereinigt hat. Da Pluto die Umgebung seiner Bahn nicht bereinigt hat, ist er nur ein Zwergplanet.
Merkur - der sonnennächste Planet
Merkur ist der kleinste und sonnennächste Planet unseres Sonnensystems. In unseren Breiten ist er kein gut beobachtbares Objekt. Bei steil verlaufender Ekliptik gegenüber dem Horizont und recht großer Elongation kann er bei guten Sichtverhältnissen nach Sonnenuntergang, bzw. vor Sonnenaufgang mit bloßem Auge beobachtet werden. Zum Aufsuchen empfiehlt sich ein Fernglas.
Merkur hat keinen natürlichen Satelliten.
Bildunterschrift: Auf unserem Foto ist Merkur am linken Bildrand in der Mitte zu sehen. Das Bild wurde so aufgenommen, dass man meinen könnte, es sei das Licht einer Christbaumkerze. Rechts im Bild befindet sich die sehr schmale Mondsichel.
Venus - der Abend- und Morgenstern
Venus ist der zweite Planet von der Sonne aus und der sechstgrößte im Sonnensystem. Auf ihrer Umlaufbahn kommt sie der Erdbahn am nächsten und hat fast die gleiche Größe wie die Erde. Während der unteren Konjunktion beträgt ihr Abstand nur etwa 40 Millionen Kilometer. Die Venussichtbarkeit unterliegt einem achtjährigen Zyklus, was bedeutet, dass sich eine bestimmte Venuskonstellation nahezu auf den Tag nach acht Jahren unter gleichen Bedingungen wiederholt.Die Venus hat keinen natürlichen Satelliten.
Bildunterschrift: Venus bei ihrem Durchgang am 08.06.2004 vor der Sonnenscheibe - sog. Venustransit
Erde - Heimat aller bekannten Lebewesen
Die Erde ist der dichteste, fünftgrößte und der Sonne drittnächste Planet unseres Sonnensystems. Ihr Durchmesser beträgt über 12.700 km und ihr Alter etwa 4,6 Milliarden Jahre. Sie bewegt sich gemäß dem ersten keplerschen Gesetz auf einer elliptischen Bahn um die Sonne. Die Sonne befindet sich in einem der Brennpunkte der Ellipse. Der sonnenfernste Punkt der Umlaufbahn, das Aphel, und der sonnennächste Punkt, das Perihel, sind die beiden Endpunkte der Hauptachse der Ellipse. Der Mittelwert des Aphel- und Perihelabstandes ist die große Halbachse der Ellipse und beträgt ca. 149,6 Mio. km. Ursprünglich wurde dieser Abstand für die Definition der Astronomischen Einheit (AE) zugrunde gelegt, die als astronomische Längeneinheit hauptsächlich für Entfernungsangaben innerhalb des Sonnensystems verwendet wird. Für einen Sonnenumlauf benötigt die Erde 365 Tage, 6 Stunden, 9 Minuten und 9,54 Sekunden. Diese Zeitspanne wird auch als siderisches Jahr bezeichnet. Das siderische Jahr ist 20 Minuten und 24 Sekunden länger als das tropische Jahr, das die Basis für das bürgerliche Jahr der Kalenderrechnung bildet. Die Bahngeschwindigkeit der Erde beträgt im Mittel 29,78 km/s, im Perihel 30,29 km/s und im Aphel 29,29 km/s.
Die Erde wird von einem natürlichen Satelliten umkreist – dem Erdmond. Sein mittlerer Durchmesser beträgt 3.476 km - der mittlere Erddurchmesser beträgt 12.742 km.
Mars ist der vierte Planet von der Sonne aus und der siebtgrößte in unserem Sonnensystem. Bekannt ist er vor allem wegen seiner roten Farbe, weshalb man ihn oft auch den "Roten Planeten" nennt. Wegen ihr wurde er nach dem römischen Kriegsgott Mars benannt. Der Name des Monats März leitet sich von Mars ab. Der Mars besitzt mit einem Durchmesser von 6.794 km etwa den halben Durchmesser der Erde, ein Viertel ihrer Oberfläche und ein Zehntel ihrer Masse. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er 1 Jahr, 321 Tage und 18 Stunden. Auf dem Mars befindet sich mit 24 km Höhe der Berg mit der größten bekannten Erhebung in unserem Sonnensystem, der Olympus Mons. Der Mars besitzt zwei auffällige Polkappen, die zum größten Teil aus gefrorenem Kohlendioxid (Trockeneis) sowie einem geringen Anteil an Wassereis zusammengesetzt sind.
Mars besitzt zwei winzige Monde, Phobos und Deimos. Sie wurden 1877 von dem US-amerikanischen Astronomen Asaph Hall entdeckt.
Jupiter ist der fünfte Planet von der Sonne aus. Er ist nicht nur der schwerste, sondern mit einem Durchmesser von 142.984 km (äquatorial) auch der größte Planet unseres Sonnensystems. Nach Sonne, Mond und Venus ist er das vierthellste Objekt am Himmel. Jupiter zählt zu den Gasplaneten (Gasriesen). Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er 11 Jahre, 315 Tage und 3 Stunden. Jupiter hat ein sehr schwach ausgeprägtes Ringsystem, das schon seit der Pioneer-11-Mission 1974 vermutet wurde und 1979 von Voyager 1 erstmals fotografiert werden konnte. Außer den hellen und dunklen äquatorparallelen Wolkenbändern fällt an Jupiter vor allem der Große Rote Fleck auf (GRF). Der GRF ist ein riesiger ovaler Antizyklon. Der GRF wurde im Jahr 1664 erstmals von dem englischen Naturforscher Robert Hooke beschrieben. Aufgrund seiner Größe ist der GRF bereits in Amateurteleskopen sichtbar.
Jupiter besitzt 67 bekannte Monde. Sie können in mehrere Gruppen unterteilt werden. Die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto wurden im Jahr 1610 unabhängig voneinander durch Galileo Galilei und Simon Marius entdeckt. Neben den Galileischen Monden gibt es vier weitere Monde auf planetennahen und nur wenig geneigten Bahnen: Metis, Adrastea, Amalthea und Thebe. Ihre Durchmesser (20 bis 131 km) sind wesentlich kleiner als die der Galileischen Monde. Die restlichen Monde sind kleine bis kleinste Objekte und tragen teilweise noch Zahlencodes, bis sie von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) einen Namen zugewiesen bekommen.
Saturn ist der sechste Planet von der Sonne aus und nach Jupiter der zweitgrößte Planet in unserem Sonnensystem. Bekannt ist er vor allem wegen seines Ringsystems, das man bereits in kleinen Fernrohren sehen kann. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt der Planet 29 Jahre 166 Tage 22 Stunden 6 Minuten und 33 Sekunden. Sein Äquatordurchmesser beträgt 120.536 km, sein Poldurchmesser 107.812 km. Den Saturn umgibt in seiner Äquatorebene ein auffälliges Ringsystem, das man bereits in einem kleinen Teleskop problemlos sehen kann. Das Ringsystem wurde 1610 von Galileo Galilei entdeckt, der es aber nicht als Ringsystem deutete. Erst Christiaan Huygens beschrieb die Ringe 45 Jahre später korrekt als Ringsystem. Es war Giovanni Domenico Cassini, der als Erster vermutete, dass die Ringe aus kleinen Partikeln bestehen. Im Jahr 1675 entdeckte er die nach ihm benannte Cassinische Teilung.
Von den heute 62 bekannten Monden ist Titan der größte mit einem Durchmesser von 5.150 km. Die vier Monde Rhea, Dione, Tethys und Iapetus besitzen immerhin noch Durchmesser zwischen 1.050 km und 1.530 km.
Uranus - der sonnennächste Eisriese
Uranus ist von der Sonne aus mit einer durchschnittlichen Sonnenentfernung von 2,9 Milliarden km der siebte Planet im Sonnensystem und wird zu den äußeren, jupiterähnlichen Planeten gerechnet. Er wurde 1781 von Wilhelm Herschel entdeckt und ist nach dem griechischen Himmelsgott Uranos benannt. Mit einem Durchmesser von über 51.000 km ist er etwa viermal so groß wie der Durchmesser der Erde. Seine blassgrüne Scheibe ist von der Erde aus betrachtet ca. 3,5" groß und nur in Fernrohren ab 10 cm Öffnung zu erkennen. Aufgrund von Eisvorkommen im Inneren werden Uranus und Neptun auch „Eisriesen“ genannt. Uranus hat wie Jupiter ein sehr feines und dunkles Ringsystem. Das Ringsystem wurde 1977 von James L. Elliot, Edward W. Dunham und Douglas J. Mink entdeckt. Die Ringe wurden 1986 von Voyager 2 aufgenommen, als die Sonde den Planeten passierte.
Es sind 27 Monde des Uranus bekannt. Die beiden ersten Monde wurden 1787 von Wilhelm Herschel entdeckt und von seinem Sohn John Herschel nach Figuren aus Shakespeares Sommernachtstraum Titania und Oberon benannt. Zwei weitere Monde, die William Lassell 1851 entdeckte, wurden Ariel und Umbriel getauft. Gerard Kuiper entdeckte 1948 den Mond Miranda.
Neptun ist von der Sonne aus gezählt mit einer Entfernung von durchschnittlich 4,5 Milliarden km der achte und äußerste Planet im Sonnensystem. Im Jahr 1846 wurde er aus Bahnstörungen des Uranus entdeckt. Von der Erde aus zeigt Neptun eine Scheibe von 2". Mit einem Durchmesser von fast 50.000 km ist er nach Uranus der viertgrößte Planet des Sonnensystems. Neptun bildet zusammen mit dem Uranus die Untergruppe der „Eisriesen“. Neptun besitzt ein sehr feines azurfarbenes Ringsystem, das aus mehreren ausgeprägten Ringen und den ungewöhnlichen Ringbögen im äußeren Adams-Ring besteht. Die Ringe sind ungewöhnlich dunkel und enthalten einen hohen Anteil an mikroskopischen Staub. Die Ringe wurden in den 1980er Jahren durch ein Team von Edward Guinan entdeckt. Damals vermutete man, dass sie nicht komplett seien. Durch Beobachtungen der Raumsonde Voyager 2 wurde diese Annahme jedoch widerlegt.
Von Neptun sind derzeit 13 Monde bekannt. Der mit Abstand größte unter ihnen ist Triton mit einem Durchmesser von ca. 2.700 km. Er wurde 17 Tage nach der Entdeckung des Neptun von William Lassell entdeckt.
Uranus und Neptun haben wir schon öfters mit dem Teleskop beobachtet, aber noch nicht fotografiert.
Pluto ist ein Zwergplanet und das prominenteste Objekt des Kuipergürtels. Er ist nach dem römischen Gott der Unterwelt benannt. Pluto ist kleiner als der Erdmond und bewegt sich auf einer elliptischen Bahn um die Sonne. Von seiner Entdeckung am 18. Februar 1930 bis zur Neudefinition des Begriffs „Planet“ am 24. August 2006 durch die Internationale Astronomische Union (IAU) galt er als der neunte und äußerste Planet unseres Sonnensystems.
Plutos größter Begleiter Charon hat einen Durchmesser von 1.207 Kilometern und ist damit im Vergleich zu Pluto sehr groß. Nix und Hydra wurden durch Beobachtungen mit dem Hubble Space Telescope im Jahr 2005 entdeckt - das teilte die NASA am 31. Oktober 2005 mit. Am 20. Juli 2011 gab die NASA die Entdeckung eines vierten Plutomondes bekannt.






















